Die Geschichte
der Chorgemeinschaft Concordia 1864 Eickel:
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Es war der Lehrer Friedrich
Sprenger, er stammte aus dem
Sauerland, der 1864 – zwei Jahre nach der Gründung des „Deutschen
Sängerbundes“ in Coburg – den Anstoß zur Gründung eines Gesangvereines
im Dorfe Eickel gab. Eickel hatte damals etwa 400 Einwohner, eine
Schule und eine Poststation.
Der junge Chor, er
nannte sich „Concordia“, pflegte vor allem das volkstümliche Liedgut
und probte fleißig und regelmäßig im 100 Jahre alten Schulhaus an der
Hauptstraße. Säumige Sänger wurden, so vermelden die Chronisten, vom
ersten Vorsitzenden persönlich herbeigeholt. Schon wenige Jahre nach
der Gründung wurde der Chor in einen gemischten Chor umgewandelt. Über
das „Warum“ kann man nur spekulieren, jedenfalls bekam die „Concordia“
neuen Auftrieb und bereicherte durch ihre Aktivitäten das gesellige
Leben des Dorfes. Ab 1893 blieben die Männer bei den Proben wieder
unter sich und hielten das 95 Jahre durch. Da 1907 im Eickeler-Bruch
ein weiterer Chor mit dem Namen „Concordia“ entstanden war, wurde dem
Namenszug der alten „Concordia“ die Jahreszahl der Gründung angehängt. |
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1914 standen die
Jubiläumsfeiern zum 50. Geburtstag an. Die Proben wurden intensiviert,
zahlreiche Vorbereitungen getroffen, sollte dieses Fest doch ein
Höhepunkt des Vereinslebens werden. Der Kriegsausbruch machte alle
Bemühungen zunichte. Vier Jahre vorher waren die Sänger nach Thale im
Harz gereist, jetzt fuhren sie an die Front. Im November 1914 reichte
die Zahl der Sänger noch zu einem Konzert zu Gunsten des „Roten
Kreuzes“ und kurz darauf für verwundete Soldaten. 1915 aber mussten
die Proben wegen der Einberufungen eingestellt werden. Eine „Eickeler
Kriegssängervereinigung“ nahm die in der Heimat verbliebenen
Chormitglieder auf.
Bedauerlich, dass in den
Kriegs- und Nachkriegswirren das Vereinsarchiv und das Notenmaterial
verloren gingen. Was jedoch nicht verloren gegangen war, das war der
Mut zum Neuanfang nach dem Krieg. Initiiert durch die Anfrage der
„Freiwilligen Bürgerfeuerwehr“, ob der Chor beim Winterfest mitwirken
könne, wurden die Proben wieder aufgenommen. In den Folgejahren wirkte
die „Concordia“ nicht nur bei den Festen der Feuerwehr, der Krieger-
und anderer Vereine mit, sie sorgte zudem für den würdigen Rahmen bei
den Gedenkfeiern für die Kriegsgefallenen.
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Auch die Geselligkeit
kam nicht zu kurz. Das Vereinsleben blühte, die Zahl der Sänger wuchs,
und der 60. Geburtstag der „Concordia“ konnte in großem Stile gefeiert
werden.
Die folgende
Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene Arbeitslosigkeit haben
das Vereinsleben zwar beeinträchtigt, sich aber nicht so negativ
ausgewirkt wie die staatlichen Eingriffe nach der Machtergreifung
1933. Die Partei gab jetzt die Richtung vor, und wer ihren Anweisungen
nicht folgte, geriet schnell in Misskredit. So verwunderte es nicht,
dass der seit 1932 amtierende Vorsitzende der „Concordia“, August
Vierhaus, 1939 sein Amt niederlegen musste, weil er der
Reichsmusikkammer nicht mehr genehm war. Zwei Jahre vorher war er noch
mit seinen Sängern zum Sängerbundesfest nach Breslau gereist.
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1939 musste wieder
einmal eine Jubiläumsfeier abgesagt werden, die Feier zum 75.
Geburtstag der „Concordia“. Der 2. Weltkrieg brach aus und viele
Sänger „eilten“ zu den Fahnen. Bald darauf wurde der Probenbetrieb
eingestellt, und schließlich wurde 1943 auch noch das Vereinslokal und
mit ihm Noten, Archiv und die Fahne der „Concordia“ durch Bomben
zerstört.
Es ist erstaunlich, dass
schon im Januar 1946 die Initiative ergriffen wurde, einen
Gemeinschaftschor zu gründen, der den Namen „Alt Eickel“ tragen
sollte. Diese Bemühungen scheiterten, das Interesse an einem
Gemeinschaftschor war nur gering, und die alten Chöre, darunter die
„Concordia 1864“ lebten wieder auf. Die Mitgliederzahl stieg wieder
an. Konzerte, Feiern, Ausflüge und Fahrten zu Sängerbundesfesten
(Mainz – 1951, Stuttgart – 1956, Essen – 1962) und intensive
Probenarbeit bestimmten das Vereinsleben. Friedrich Wilhelm Weiß, der
seit 1952 für den musikalischen Teil der Vereinsarbeit zuständig war –
heute ist er unser Ehrenchorleiter –, verstand es immer wieder, seine
Sänger für die Chorarbeit zu begeistern. So blieb der Erfolg nicht
aus. Die Feiern zum 90-jährigen und zum 100-jährigen Bestehen fanden
weithin Beachtung. Es bleibt nachzutragen, dass zum 90. der damalige
Protektor, Kaufmann Rudolf Bresser, der „Concordia“ eine neue
Vereinsfahne stiftete (sie wurde auf Beschluss der Chorgemeinschaft
kürzlich dem Heimatmuseum „Unser Fritz“ übereignet) und dass dem Chor
zum 100. die Zelterplakette verliehen wurde.
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Nach diesen Höhepunkten
steuerte der Chor nach und nach auf einen Tiefpunkt zu. Die Sänger
blieben den Proben fern, das Fernsehprogramm war wohl wichtiger
geworden. Es war dem Chor kaum noch möglich öffentlich aufzutreten.
Der 28. Mai 1988 brachte
dann die Wende. Ein gemischter Eickeler Chor und der „MGV Concordia
1864 Eickel“ – beide von Karin Badke geleitet – schlossen sich in der
Domschänke zur „Chorgemeinschaft Concordia 1864 Eickel“ zusammen. So
begann eine Erfolgsgeschichte. Schon im Folgejahr konnte sich die neue
Chorgemeinschaft zum 125. Geburtstag der „Concordia“ beim Festakt im
Meistertrunk und beim Freundschaftssingen im Saalbau Wanne-Eickel
eindrucksvoll präsentieren. Sängerinnen und Sänger fassten neuen Mut.
Auftrieb gab dem Chor auch die erfolgreiche Teilnahme am
„Internationalen Chorwettbewerb“ in Verona, der im April 1991
stattfand. Weitere Auslandsreisen führten die Chormitglieder nach
Prag, Budapest und Brünn. Die Begegnungen mit den ausländischen
Chören, die fröhlichen Feiern nach den gemeinsamen Konzerten sind den
Teilnehmern noch heute in bester Erinnerung. Die letzte größere
Chorreise unternahm die Chorgemeinschaft 2001 zum „2. Internationalen
Johannes-Brahms-Chorfestival & Wettbewerb“ nach Wernigerode im Harz.
Mit ihren Vorträgen ersang sie sich das Bronzene Diplom.
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Es ginge zu weit, die
zahlreichen Konzerte der letzten Jahre aufzuzeigen, von den vielen
Auftritten in Krankenhäusern, Altenheimen, auf Weihnachtsmärkten, bei
Hochzeiten, Vereins- und Familienfeiern detailgetreu zu berichten.
Festzustellen aber ist, dass die „Concordia“ dank ihrer Aktivitäten
und dank ihres Könnens einen großen Freundeskreis gewonnen hat, dass
die Mitgliederzahl ständig steigt und dass die Chorgemeinschaft auch
nach 140 Jahren jung genug ist, frohgemut in die Zukunft zu sehen.
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